Stiftung Historisches Armeematerial Führungsunterstützung (HAMFU)

Die Stiftung HAMFU bewahrt, dokumentiert und vermittelt historisches Armeematerial der Führungsunterstützung und Übermittlung der Schweizer Armee. Sie betreut dieses Material im Auftrag des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS und macht es für interessierte Personen, Fachkreise und Besuchergruppen zugänglich.

HAMFU steht für Historisches Armeematerial Führungsunterstützung. Die HAMFU ist eine Stiftung gemäss Art. 80 ZGB und wirkt als Kompetenzzentrum für das Material und die Geschichte der Führungsunterstützungs- und Übermittlungstruppen.

Im Sammlungszentrum Uster wird sichtbar, wie militärische Kommunikation über Jahrzehnte funktioniert hat: mit Signalmitteln, Telefonie, Telegrafie, Morse, Funk, Richtstrahltechnik, Führungsinformationssystemen, Informatik, Fahrzeugen, Dokumenten und Zeitzeugenberichten.

Auftrag der Stiftung

Die Stiftung HAMFU hat den Auftrag, historisches Führungsunterstützungs- und Übermittlungsmaterial der Schweizer Armee zu erhalten und fachgerecht zu betreuen.

Dazu gehören vier zentrale Aufgaben:

  • Die Stiftung erfasst, restauriert und unterhält das ihr zugewiesene Material.
  • Sie sammelt Zeitzeugenberichte und Dokumente, welche die Geschichte der Führungsunterstützung und Übermittlung beschreiben.
  • Sie sorgt dafür, dass die Sammlung des Materials und der Dokumente interessierten Personen zugänglich bleibt.
  • Sie fördert damit das kulturgeschichtliche Bewusstsein in ihrem Aufgabengebiet.

Die Sammlung ist deshalb nicht nur ein technisches Depot. Sie ist ein historisches Gedächtnis der militärischen Kommunikation in der Schweiz. Sie zeigt, wie Führung, Verbindung, Aufklärung, Informationsverarbeitung und technische Entwicklung miteinander verbunden sind.

Leistungsvereinbarung mit dem VBS

Die Stiftung HAMFU erfüllt ihren Auftrag im Rahmen einer Leistungsvereinbarung mit dem VBS. Diese Vereinbarung regelt umfassend, welche Leistungen die beteiligten Partner erbringen.

Der Stiftung sind insbesondere folgende Materialkategorien zugewiesen:

  • Übermittlung
  • Führungsunterstützung
  • bodengestützte Aufklärung

Das Material und die zugehörigen Dokumente sind im Sammlungszentrum Historisches Armeematerial Kommunikation und Führungsunterstützung in Uster-Winikon eingelagert.

Das von der Stiftung betreute Material ist Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Es ist der Stiftung in Obhut gegeben und darf nicht veräussert werden. Die finanziellen Aufwendungen der Stiftung für die Betreuung des historischen Materials werden vom VBS vergütet.

Einbettung in die Organisation des VBS

Das historische Material der Armee wird im VBS durch die Zentralstelle Historisches Armeematerial ZSHAM verwaltet. Die ZSHAM arbeitet mit drei Stiftungen zusammen. Diesen Stiftungen sind definierte Materialbereiche zur Betreuung zugewiesen.

Die Stiftung HAMFU unterstützt die ZSHAM beim Erhalt des anvertrauten Sammlungsgutes und arbeitet eng mit ihr zusammen. Dabei verpflichtet sich die Stiftung zu einem sorgfältigen und verantwortungsvollen Einsatz der Bundesmittel.

Gesetzliche und konzeptionelle Grundlagen

Die Sammlungstätigkeit der Stiftung HAMFU stützt sich auf gesetzliche und konzeptionelle Grundlagen von Bund und VBS. Massgeblich sind insbesondere folgende Grundlagen:

  • Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Art. 69 Abs. 2
  • Bundesgesetz über die Museen und Sammlungen des Bundes, Museums- und Sammlungsgesetz MSG, Art. 3 Bst. b, Art. 4 und Art. 23, vom 1. Januar 2010
  • Bundesgesetz über die Armee und die Militärverwaltung, Militärgesetz MG, Stand 1. Januar 2011, Art. 109a
  • Verordnung des VBS über das Armeematerial VAMAT vom 6. Dezember 2007
  • Sammlungskonzept für das Sammeln von historischem Armeematerial des Chefs VBS vom 1. Januar 2019
  • Umsetzungskonzept für das Sammeln von historischem Armeematerial des Chefs VBS vom 30. April 2008

Diese Grundlagen stellen sicher, dass historisches Armeematerial nicht zufällig gesammelt, sondern nach definierten Zuständigkeiten, Kriterien und Verfahren betreut wird.

Zusammenarbeit mit der IG Uem

Die Stiftung HAMFU arbeitet eng mit der Interessengemeinschaft Übermittlung IG Uem zusammen.

Etwa 30 Mitglieder des Kernteams unterstützen die Stiftung HAMFU auf freiwilliger Basis bei ihren Aufgaben. Die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung HAMFU und der IG Uem ist in einer Leistungsvereinbarung geregelt.

Die Stiftung HAMFU stellt der IG Uem die Räumlichkeiten und die erforderlichen Betriebsmittel zur Verfügung. Die Mitglieder des IG-Uem-Kernteams bringen das für den Erhalt des historischen Übermittlungsmaterials notwendige Fachwissen ein und stellen dieses der Stiftung zur Verfügung.

Die IG Uem besitzt kein eigenes historisches Material. Das gesamte Sammlungsgut ist Eigentum des Bundes.

Organisation der Stiftung HAMFU

Die Stiftung HAMFU wird durch den Stiftungsrat geführt. Der Stiftungsrat legt die strategischen Ziele fest und verabschiedet die Jahresziele der Stiftung.

Die operative Umsetzung erfolgt durch die HAMFU-Geschäftsleitung und das HAMFU-Team. Die Geschäftsleitung setzt die vom Stiftungsrat verabschiedeten Jahresziele auf operativer Ebene um. In den einzelnen Teilbereichen kann sie im Rahmen der vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel Hilfspersonal oder Spezialkräfte beschäftigen. Damit stellt die Stiftung einen professionellen Betrieb sicher.

Die Stiftung arbeitet eng mit der ZSHAM zusammen und wird in ihrer Arbeit durch die unentgeltlichen Leistungen des Vereins IG Uem unterstützt.

Stiftungsrat

Der Stiftungsrat setzt sich wie folgt zusammen:

Daniel Binzegger

Stiftungsratspräsident

Andreas Markus Berger

Vizepräsident des Stiftungsrats

Markus Witschi

Stiftungsrat

Bernard Schüle

Stiftungsrat

Markus Josef Schmid

Stiftungsrat

Willi Bühn

Stiftungsrat

Hanspeter Steiner

Stiftungsrat und Präsident der IG Uem

HAMFU-Team

Das HAMFU-Team stellt den professionellen Betrieb sicher und betreut die Sammlung fachlich und organisatorisch.

Zum HAMFU-Team gehören:

Roman Kappeler

Geschäftsführer der Stiftung Historisches Armeematerial Führungsunterstützung

Dr. phil. Anina Eigenmann

Historikerin/Museologin, Objektverantwortliche

Fabienne Oberli

Konservatorin/Restauratorin

Jean-Marc Drexel

Sammlungsunterstützung

Christoph Forster

Archivar

Markus Walker

Sammlungsunterstützung

Zusätzlich arbeiten Mitglieder der IG Uem im HAMFU-Team mit:

Tom Schmid

Chef Besucherführungen

Moritz Bickel und Res Neiger

Team Besucherführungen

Martin Dubs

Informatik

Philipp Guggisberg

Webseite

Jean-Marc Drexel

Objektdepot

Sammlungsbereiche

Die Stiftung HAMFU betreut eine breite Sammlung historischer Geräte, Systeme, Fahrzeuge, Dokumente und Materialien aus der Führungsunterstützung, Übermittlung und bodengestützten Aufklärung.

Zu den Sammlungsbereichen gehören:

  • Übertragungsnetze
  • Anwendernetze
  • IKT-Applikationen
  • Führungsinformationssysteme
  • Infrastruktur der Führungsunterstützung und Computer
  • Telematiksysteme Funk, insbesondere Sender und Empfänger
  • Telematiksysteme Draht und Richtstrahl
  • Messgeräte und Testeinrichtungen
  • optische Signalgeräte
  • Aufnahme- und Wiedergabegeräte für Bild und Ton
  • Gegen- und Lautsprecheranlagen
  • Ersatz- und Reparaturmaterial sowie Werkzeug
  • Ausbildungsmaterial
  • verschiedene Materialien der Führung
  • bodengestützte Aufklärungssysteme
  • Nachrichtendienstsysteme
  • Fernmelde- und elektronische Aufklärung
  • elektronische Unterstützungsmassnahmen
  • elektronische Gegenmassnahmen
  • elektronische Schutzmassnahmen
  • Optik und Optronik
  • Wettermaterial
  • verschiedene Materialien der Aufklärung

Diese Breite zeigt, dass Führungsunterstützung mehr umfasst als einzelne Funkgeräte oder Telefone. Sie umfasst Netze, Systeme, Infrastruktur, Sensorik, Aufklärung, Schutzmassnahmen, Ausbildung, Dokumentation und den praktischen Einsatz der Technik.

Ausstellungen

Im Sammlungszentrum Uster-Winikon sind Übermittlungsgeräte und Übermittlungsfahrzeuge ausgestellt. Diese Ausstellung ist nicht allgemein frei zugänglich. Interessierte Personen und Gruppen können sich über die Besuchsmöglichkeiten und Führungen im Bereich Sammlungszentrum informieren und dort eine Gruppenführung anmelden.

Zusätzlich besteht eine permanente Ausstellung der IG Übermittlung im Flieger Flab Museum in Dübendorf. Diese Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Museums besucht werden.

Warum die Stiftung HAMFU wichtig ist

Die Geschichte der Schweizer Armee ist auch eine Geschichte der Kommunikation. Ohne zuverlässige Übermittlung können Informationen nicht weitergegeben, Entscheide nicht koordiniert und Einsätze nicht geführt werden.

Die Stiftung HAMFU bewahrt dieses technische und historische Wissen. Sie erhält Geräte, Systeme, Fahrzeuge und Dokumente, ordnet sie ein und macht sie verständlich. Damit leistet sie einen Beitrag zur Schweizer Militärgeschichte, zur Technikgeschichte und zum kulturgeschichtlichen Bewusstsein.

Wer das Sammlungszentrum besucht, entdeckt nicht nur historische Apparate. Sichtbar wird, wie Menschen, Technik und Organisation zusammenspielten, damit Führung überhaupt möglich wurde.

HAMFU steht für Historisches Armeematerial Führungsunterstützung. Die Stiftung betreut historisches Führungsunterstützungs- und Übermittlungsmaterial der Schweizer Armee.

Ja. Das Sammlungszentrum bietet Führungen auf Voranmeldung an. Gruppenbesuche sind ab sechs Personen vorgesehen. Falls Sie weniger Personen sind, melden Sie sich trotzdem, wir finden eine Lösung. Hier können Sie sich direkt für eine Führung anmelden:

Eine Führung im Sammlungszentrum der Stiftung HAMFU können Sie über das Anfrageformular auf unserer Website anfragen. Für Auskünfte und Besuchsanfragen erreichen Sie uns auch telefonisch unter +41 44 940 62 10.

Für Gruppen bis 20 Personen dauert die Führung durch das Sammlungszentrum Uster rund zwei Stunden. Für Gruppen mit 21 bis 30 Personen sind rund zweieinhalb Stunden vorgesehen.